Die Björn Steiger Stiftung ist seit 1969 federführend in der Entwicklung der deutschen Notfallhilfe. Damals existierte kein effektives Rettungssystem: Es gab beispielsweise keinen Funk, keine Leitstellen, keine Rettungswagen. Sanitäter waren zum Teil ehrenamtliche Helfer, deren Ausbildung oft nicht über einen Erste-Hilfe-Kurs hinausging. Trotz wesentlich geringeren Verkehrsaufkommens und weniger Fahrzeugen starben damals in Westdeutschland pro Jahr 20.000 Menschen bei Unfällen.
In den letzten 40 Jahren wurden wesentliche Lösungen von der Stiftung mitentwickelt, mitgestaltet sowie teilweise selbst aufgebaut und finanziert. Die Stiftung initiierte seit 1971 unter anderem den ersten Notarztwagen, Notruftelefone, Sprechfunk im Krankenwagen, die bundesweit einheitliche Notrufnummer 110/112, die Baby-Notarztwagen, die Defibrillation durch Laienhelfer und die zivile Luftrettung.
Durch die Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte konnte die Zahl der Verkehrstoten in ganz Deutschland auf jährlich rund 4.500 gesenkt werden.
Mit der Initiative „Kampf dem Herztod“ hat die Stiftung im Jahre 2001 die „Laiendefibrillation“, also die Anwendung eines AED-Gerätes (automatisierter externer Defibrillator) durch Laien, in Deutschland erfolgreich eingeführt.
Das Projekt „Retten macht Schule“ ist ein weiterer Schritt im Kampf gegen den plötzlichen Herztod. Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass eine kontinuierliche Breitenausbildung in Herz-Lungen-Wiederbelebung die Erfolgsrate einer erfolgreichen Behandlung um bis zu 75 Prozent steigern kann. Daher muss die Ausbildung im Kindergarten beginnen und über Schulen, Hochschulen und Führerscheinerwerb kontinuierlich und zwingend fortgesetzt werden.
Ein tragischer Anlass führte zur Gründung der Björn Steiger Stiftung. Der knapp neunjährige Björn Steiger wurde am 3. Mai 1969 auf dem Heimweg von einem Auto erfasst. Trotz sofortiger Alarmierung des Rettungsdienstes durch hilfsbereite Passanten dauerte es fast eine Stunde, bis ein Krankenwagen am Unfallort eintraf. Björn Steiger starb auf dem Weg in die Klinik am Schock. Björns Eltern, Ute und Siegfried Steiger, gründeten am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung. „Es soll nie wieder vorkommen, dass ein Mensch stirbt, weil es zu lange dauert, bis er Notfallhilfe erhält“, haben sich Björns Eltern geschworen.
Die Stiftung wird bei ihrer Arbeit durch namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft unterstützt. Zum Präsidialrat gehören Rolf Deyhle, Prof. Dr. Jürgen Gramke, Liz Mohn, Friede Springer, Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Jürgen Weber, Willy F. Weber. Der verstorbene Bundes-präsident a. D. Johannes Rau war Schirmherr der Stiftungsinitiative „Kampf dem Herztod“.
Weitere Informationen zur Björn Steiger Stiftung und Ihren Initiativen finden Sie unter
www.steiger-stiftung.de
